Die meisten Freestylemanöver sind Kurven und werden auf Flachwasser ohne Wellen und bei Windstille gefahren.

Ziel ist es die Manöver mit möglichst hoher Effizienz zu fahren (möglichst aller Krafteinsatz geht in die Bootsbewegung). Dem zu Folge sollten die Bewegungen des Paddlers deutlich und sauber ausgeführt werden – überflüssige Bewegungen werden vermieden. Außerdem gilt der Grundsatz „Let the boat do the work“.

Die Freestyle-Manöver werden in vier Quadranten eingeteilt:

  • Onside – das Manöver wird vorwärts fahrend auf der Paddelseite ausgeführt

  • Offside oder Cross – vorwärts fahrend auf der gegenüberliegenden Seite

  • Reverse Onside – rückwärts fahrend auf der Paddelseite,

  • Reverse Offside – rückwärts fahrend auf der gegenüberliegenden Seite.


Die Onside bezeichnet die Seite des Bootes, auf der der Paddler normalerweise paddelt. Diese Seite wird einmal festgelegt und bleibt immer gleich außer der Paddler dreht sich (das Becken) im Boot weiter als 90 Grad und fährt rückwärts. In diesem Fall wird das Heck zum Bug und die bisherige Offside zur Onside. Im Tandem ist die Onside die Paddelseite des Bugpaddlers.

Der Ablauf eines Freestyle-Manövers wird in drei Phasen unterteilt: Initiation, Placement und Conclusion.

  • Die Initiation bezeichnet die Einleitung des Manövers, z.B. mit einem J- Schlag, einem Vorwärts oder einem Bogenschlag. Dabei wird das Boot schon mal leicht in die richtige Richtung gebracht. Anschließend erfolgt das Aufkanten des Bootes zur gewünschten Seite hin und das Placement.

  • Das Placement ist der eigentlich ausführende Schlag, meist entweder eine flache Paddelstütze (Christie) oder ein statischer Ziehschlag (Axle, Post). Hier vollführt das Boot den größten Teil seiner Kurvenbewegung.

  • Mit der Conclusion, einem weiteren Paddelschlag, der z.B. ein halber Rückwärts-Bogenschlag, ein Bogenschlag oder auch ein "Loaded Slice" sein kann, wird die Drehung beendet. Die Conclusion kann auch weggelassen werden, wenn ein weiteres Manöver direkt anschließt.

Eine wichtige Bedeutung hat das Aufkanten (Heel) der Bootshülle während der Manöver. Erst durch das Aufstellen des Rumpfes zu einer Seite werden enge Kurven möglich. Der Süllrand wird je nach Manöver auf einer Seite des Bootes bis auf die Wasseroberfläche heruntergedrückt und gehalten. Dies geschieht durch Verlagerung des Körperschwerpunktes. Bug und Heck kommen dadurch aus dem Wasser, die Kiellinie verkürzt sich und das Boot erhält wesentlich mehr Drehfreiheit. Zusätzlich kann man das Gewicht im Boot, und damit auch den Drehpunkt des Bootes, auch weiter nach vorne verlagern um die Carving-Neigung zu verstärken oder sogar das Heck aus dem Wasser zu heben.

Die wichtigsten Freestyle-Manöver sind:

  • Axle – eine Drehung des Bootes um das Paddel als Achse (hohe Paddelstütze bzw. statischer Ziehschlag). Das Boot wird zum Paddel hin aufgekantet.

  • Post – wie Axle, jedoch wird das Boot vom Paddel weg aufgekantet (Paddel wird neben dem hohen Süllrand plaziert). Diese Figur sieht aus als würde man sich um einen Pfosten herum in die Kurve schwingen - daher der Name "Post".

  • Christie – Eine Kurve mit flacher Paddelstütze. Das Boot wird zum Paddel hin aufgekantet.

  • Wedge– Paddelblatt wird in Fahrtrichtung an den Rumpf gehalten und bildet zusammen mit dem Bootsrumpf einen Keil. Dieser drückt das Boot in eine enge, schnelle Kurve. Das Boot wird zum Paddel hin aufgekantet.

  • Sideslip– das Boot kommt aus einer Vorwärtsbewegung und wird durch Anstellen des Paddelblattes neben dem Bootsrumpf seitlich weggezogen oder gedrückt. Es entsteht eine gleichmäßige Vorwärts- und Seitwärtsbewegung. Ein sehr schones Manöver mit "Ghosting-Faktor". Dieses Manöver ist keine Kurve. Das Boot kann zur Paddelseite hin aufgekantet werden um die Kiellinie zu verkürzen und der Seitwärtsbewegung weniger Widerstand zu bieten.

  • Outer Gimbal – Das Paddel beschreibt bei kontinuierlichem Druck auf das Blatt eine Kreisbewegung neben dem Boot. Dadurch dreht sich das Boot ebenfalls auf einer Kreisbahn. Das Boot wird zum Paddel hin aufgekantet.

  • Inner Gimbal – Das Paddel wir unter der Wasseroberfläche horizontal in einer Kreisbahn geführt. Dabei taucht es unter dem Bootsrumpf durch. Das Boot beschreibt eine sehr enge Kreisbewegung, dreht sich nahezu auf der Stelle. Das Boot wird zum Paddel hin aufgekantet.

Diese Manöver können in allen vier Quadranten(onside, offside, reverse onside, reverse offside) und in verschiedenen Variationen und Kombinationen ausgeführt werden. Dadurch sehen sie unterschiedlich aus und erhalten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.

Auch die Bewegungen zwischen den einzelnen Manövern (effizientes Geradeauspaddeln) und bei den Positionswechseln (Transitions) sollten sauber und ruhig ausgeführt werden. Dadurch wird ein Wackeln des Bootsrumpfes vermieden, welches das Boot unnötig bremsen würde. Dazu kommt:Was Effizient ist sieht auch eleganter aus.

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